Tipps & Tricks

Auf einige Dinge möchte ich, vor allem in Hinblick auf Osteuropa, explizit hinweisen:

Reisen mit dem eigenen Auto:

  • Nur bewachte Parkplätze aufsuchen.
  • Große Parkplätze, vor Einkaufszentren zum Bsp., sind kein Diebstahlschutz.
    Der Grund: hier können sich Autodiebe ihr Lieblingsauto aussuchen.
  • In Ländern in denen noch kommunistische Strukturen vorherrschen, haben Verkehrspolizisten ein besonders scharfes Auge auf Touristen.
  • Ein Parfum oder eine Schachtel Pralinen für die Gattin sollen schon Wunder gewirkt und unangenehme 'Probleme' vermieden haben.
  • Seien Sie mißtrauisch, falls Ihnen jemand durch Hupen oder Blinken andeutet, dass Sie eine (Reifen)Panne hätten. Haben Sie erst einmal angehalten, zwingt man Sie womöglich zum Aussteigen und Ihr Auto ist weg.
Reisen mit dem Zug:
  • In vielen Zügen, auch oft in denen die 2 oder mehr Tage unterwegs sind, gibt es weder Verpflegung noch Trinkwasser. Sie sollten 2 Liter Flüssigkeit / Tag berechnen. Auch auf Schokolade oder Kekse sollte neben Obst, wie etwa Äpfeln oder Orangen, nicht vergessen werden. Die Haltezeiten sind für Proviantbesorgungen zu kurz. Bei längeren Aufenthalten an der Grenzstation ist das Verlassen des Zuges nur selten erlaubt. Zudem liegen diese Stationen oft in der Einöde.
  • Bei längeren Fahrten empfiehlt es sich auch, einen guten Kontakt zum Personal zu pflegen, denn immerhin sind Sie für die Dauer der Fahrt in dessen Gewalt :-)
  • Nachtzug: Sie sollten wenn möglich Schlafwagenzüge buchen. Hier können und müßen Sie, die Abteiltür verriegeln. Außerdem wacht das Schlafwagenpersonal darüber, dass niemand unbefugter sich im Wagen aufhält. Die Übergänge zwischen den Waggons sind zudem meist versperrt.
Zolldeklarationen:
  • In Ländern, wie zum Bsp. der Ukraine oder Russland, müssen Sie bei der Einreise eine Zolldeklaration ausfüllen.
  • !ACHTUNG! Diese ist so wichtig wie Ihr Reisepass.
  • Ohne diese werden Sie bei der Ausreise erhebliche Probleme haben.
Bei Verlust des Reisepasses:
  • Mit einer Kopie des Reisepasses, der Geburtsurkunde, des Staatsbürgerschaftsnachweises und des Meldezettels und aktueller Passfotos erhalten Sie bei der Botschaft ein Reisepass-Duplikat welches für die Dauer Ihrer Reise gültig ist.
  • Erkundigen Sie sich bei der Pass-Behörde.
Taxis:
  • Private Taxis sind in Ländern des früheren Ostblocks häufig anzutreffen. Oft wird auf dem Heimweg noch schnell ein Umweg gefahren, um ein paar Dollar dazu zu verdienen. Diese sind in der Regel unbedenklich.
  • Frauen sollten in keinen Wagen einsteigen in welchem sich schon ein Fahrgast befindet.
    Dies gilt für alle Taxis.
Privater Geldwechsel:
  • Davon sollten Sie nur in Notfällen und wenn Sie den Kurs kennen, Gebrauch machen.
  • Dazu ist dies in vielen Ländern strafbar.
  • Außerdem sollten Sie alle Scheine kontrollieren.
Nur für die Herren:

Vorsicht bei Single-Damen in Restaurants oder Diskotheken. Konsumieren Sie in solchen Fällen lieber keine offenen Getränke welche Sie nicht von Beginn an ständig im Auge behalten können.

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Kriminalität

Eine Relativierung.

Ich höre immer wieder wie gefährlich Reisen in fremde Regionen, speziell nach Osteuropa sind. Angefangen von einfachem Diebstahl, über gefährliche Nachtzüge, bis zur Bandenkriminalität ist alles vertreten.

Sogar vor Messern die sich durch die Kabinenwände des Schlafwagens bohren, bin ich schon gewarnt worden.

Natürlich möchte ich die Gefahren die allgemein auf Reisen drohen und vor allem jene welche in wirtschaftlich schwachen Regionen zusätzlich auftreten nicht herunterspielen.

Jedoch hatte ich noch keine Erlebnisse der außergewöhnlichen Art und mit Delikten wie Betrug oder Diebstahl ist ohnedies in fast allen Tourismusgebieten zu rechnen.

Massentourismus

Eine Ermunterung.

Ich wurde schon öfters gefragt "... und das ist Urlaub?"

Nein, das ist kein Urlaub im Sinne von Abschalten, Ausruhen, Passivität, sich hin und wieder zu einer Runde Strandball animieren zu lassen oder abgerundete Ausflüge zu buchen.

Mir ist es wichtig geworden ein Land authentisch zu erleben. Und dies ist natürlich nur in Regionen möglich welche noch ursprünglichen Charakter besitzen.

Solche Länder oder Regionen zu bereisen ist natürlich nicht mit den zuvor genannten Vorstellungen vereinbar. Für mich hat es aber große Bedeutung erlangt, ein Land oder eine Region möglichst unverfälscht kennen zu lernen. Es bedeutet mir nichts in ein Land zu fliegen - möglichst schnell - um anschliessend dort, vereinfacht gesagt, nur zu essen und zu schlafen. Wenn ich - von den 200 Metern Strand, Küste oder Clubareal abgesehen - nichts von dem Land oder der Region sehe, so ist dies für mich ziemlich unbefriedigend. Urlaube auf diese Art sind demnach auch beliebig austauschbar. Heute Türkei, morgen Spanien oder Mallorca und übermorgen Tunesien, was macht hier schon den Unterschied?

An dieser Stelle möchte ich nicht Club-Anlagen oder Urlaube darin als negatives Beispiel anführen. Ich sehe sie in keinster Weise als neumodisches Übel an. In Ländern in denen es so gut wie keine Tourismus-Infrastrukturen gibt, muss nun einmal ein Hotel samt Swimming pool, Geschäften, Discothek, Restaurant und Cafe gebaut werden und dies, um ein Mindestmaß an Sicherheit zu bieten, auch eingegrenzt werden. Wobei eine Mauer um den Club herum nicht davor abhalten sollte die Umgebung oder die nächst gelegene Stadt zu erkunden.

So unspektakulär dies auch für Unbeteiligte zu sein scheint, so erlebnisreich kann es aber auch sein! Ein Besuch der nächst größeren Stadt nahe des Clubareals z.B., könnte Ihnen durchaus als einziges noch nach Jahren in Erinnerung geblieben sein.

Für mich hat Massentourismus nicht nur wegen der oft mangelnden Umweltverträglichkeit ein negatives Vorzeichen. Er führt auch oft zu Auswüchsen unternehmerischer Phantasien und nebenbei zu lästigen Nebeneffekten wie Stau, Überbuchung usw., aber - und das ist ein Punkt für den wir keinen Tourismus-Veranstalter oder -Unternehmer verantwortlich machen können - er verdirbt nach einer gewissen Zeit auch Land und Leute.

In einer Zeit in der viele Menschen Abenteuer und Spannung - oft mit null Risiko verbunden - suchen, finde ich, sollte man sich nicht scheuen selbstständig Wege zu finden ein Land abseits des Massentourismus zu entdecken.

Alles das ausschließlich in fix geplanten Bahnen verläuft, wird sicher kein Abenteuer.

P. Vlasaty, 2001