Anreise mit dem Zug

Auf meiner ersten Reise in die Ukraine lernte ich ein nettes Ehepaar kennen, welches auf dem Weg von Krakau - der alten polnischen Hauptstadt - nach Odessa im Süden der Ukraine war.

Nach 5 Stunden Aufenthalt an der polnisch-ukrainischen Grenze bei dem auch wegen der größeren Spurweite des ukrainischen Schienennetzes die Radsätze der Waggons getauscht wurden, ging die Fahrt nun bei einbrechender Dunkelheit weiter. Wir waren nur 5 Fahrgäste im gesamten Zug. Schon wenige Minuten nach Abfahrt vom Grenzbahnhof Przemysl kamen wir ins Gespräch. Und kaum eine halbe Stunde später schon erhoben wir mit einem klassischen 'na sta rowje' die Becher mit Wodka.

Die sprichwörtliche Gastfreundschaft und Improvisationskunst der Russen kam hier voll zum Ausdruck. Binnen Minuten war das leere Tischchen im Abteil, mit Tellern, Besteck und Bechern gedeckt. Ich war eingeladen mit Abend zu essen. Es gab kaltes Paprikahuhn, Brot - und natürlich Wodka.

Mittlerweile war es schon dunkel geworden und die kahle Landschaft zog am Fenster vorbei. Wir tauschten auch die E-Mail Adressen aus.

Die vier Stunden Fahrt vergingen wie drei Stunden - kein Wunder, ich hatte schon wieder eine Zeitumstellung vergessen.

Die Verabschiedung ging dann, wie so oft, sehr rasch vor sich.

Beim Aussteigen war man mir noch behilflich und begleitete mich bis zum Plattformabgang. Der Bahnhof war komplett überdacht und war in gelb-oranges Licht getaucht. Es war sehr ruhig hier, fast als ob nach Abfahrt des Zuges bereits das Licht abgeschaltet werden würde.

Später dann, als ich an den Wartesälen vorbei in die Bahnhofshalle ging, sah ich erst wie viele Menschen so spät abends noch am Bahnhof waren.

Ungewöhnlich war die Höhe der Waggons und auch die Lokomotiven wirkten riesig. Zuletzt erschienen mir Lokomotiven so groß als ich noch ein kleines Kind war. Schnell noch ein paar Tipps und dann kam das endgültige 'do swidanje' bevor der Zug abgefertigt wurde.

Hotelsuche

Das Wechseln des Geldes und die anschliessende Zimmersuche nahm noch etwa 75 Minuten in Anspruch. Nach dem ich noch eine Passantin nach dem fairen Fahrpreis in die Stadt gefragt hatte, stieg ich in ein 'privates' Taxi.
Ich wählte 5 Hotels aus meiner Liste welche ich anfuhr. Jedoch waren sie entweder unverschämt teuer, eine Baustelle, gar kein Hotel oder schlicht nicht vorhanden.

Das Hotel das mir dann ein Taxifahrer empfahl lag am Stadtrand und war mit einer Tramway direkt vom Zentrum aus erreichbar.

Das Zimmer kostete etwa € 30.- und war sozusagen 'Erstbezug nach Renovierung'. Vom alten restaurierten Parkettboden über bequeme Sessel bis zum SAT-TV war alles vorhanden.

Geschichte

L'viv ist nach dem Sohn Lev des Fürsten Danylo Romanovyc benannt, welcher eine Festung zur Verteidigung gegen die Mongolen errichten ließ.

Die Stadt, die im Jahre 1256 erstmals urkundlich erwähnt wird, bekam 1356 das Magdeburger Stadtrecht zugesprochen. Zwischen 1387 und 1772 befand sich Lemberg unter polnischer Herrschaft.

Von 1772 an stand sie unter der Herrschaft der Habsburger. Innerhalb eines Jahrhunderts verwandelte sich das Provinzstädtchen in eine repräsentative Stadt. Lemberg war nach Wien, Budapest und Prag die viertgrößte Stadt der Habsburger Monarchie.

1918, nach dem Zerfall der Habsburger Monarchie, war Lemberg Sitz der Westukrainischen Volksrepublik.

Deutsches Heim
1919 schon eroberten polnische Truppen die Stadt. Bis 1939 gehörte Lemberg mit Ostgalizien nun wieder Polen an.

In Folge des Hitler-Stalin-Paktes, fiel Ostgalizien an die Sowjetunion. Viele Juden und auch viele polnische Intellektuelle wurden ermordet. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen war Lemberg von 1941-44 die Hauptstadt des deutschen Distrikts Galizien.

In Lemberg gab es auch ein jüdisches Ghetto. 136.000 Lemberger Juden wurden Opfer des Holocaust. Dies war fast die Hälfte der in der Stadt lebenden Menschen.

Nach dem Krieg begann unter sowjetischer Führung eine rege Bautätigkeit und Industrialisierung. Tausende Ukrainer und Russen aus der gesamten Sowjetunion kamen nach L'viv. Heute leben mehr als 800.000 Menschen in L'viv.

Fotoserie[33 Fotos]Die Innenstadt Lembergs

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Impressionen

Auch in den Strassen von L'viv sieht man oft noch die alten Lastwagen mit der Aufschrift 'XLEB' für Brot. Sie beliefern heute noch mehrmals täglich die Lebensmittelgeschäfte.

Die Auswahl an Brotsorten ist in der Ukraine übrigens recht üppig. Ebenso die Auswahl an Weinen. Bei Wurst dominieren eher die Dauerwürste und Salami-Arten. Käse findet man fast ausschliesslich in Form von Edamer und Gouda.

Kartoffeln werden direkt vom Lastwagen verkauft, Fische schwimmen in der Badewanne - ein Streifzug durch die Stadt birgt immer wieder Überraschungen.

Straßenverkauf in Lemberg
In gastronomischer Hinsicht hat mich das Restaurant des 'Grand Hotel' beeindruckt. Ausgezeichnete Küche, vorzügliche Weine, elegantes Interieur und charmante Bedienung. Klavier- bzw. Harfen-Musik inklusive.

Als Alternative kann ich noch das gegenüberliegende Cafè und Restaurant 'Wien' empfehlen. Meine Empfehlung ist aber nicht auf die beiden Lokale beschränkt: in den Straßen rund um das Rathaus gibt es noch einige andere gemütliche bzw. bemerkenswerte Lokale!

Fahrscheine für die Strassenbahn - hier Tramway genannt - kaufen Sie direkt im Wagen. Eine Schaffnerin geht während der Fahrt durch den Wagen und bietet Fahrscheine um etwa € 0,15 an. Keine Angst, sie kommt auch dann zu Ihnen, wenn der Waggon zum Bersten voll ist!

Vereinzelt gibt es auch Personen welche sich einfach weigern eine Karte zu lösen.

Übrigens ist eine Fahrt mit der Tramway oder dem Autobus eine bequeme Möglichkeit die Stadt zu erkunden, welche viel größer ist als sie auf den ersten Blick vermuten läßt.

Fotoserie[30 Fotos]Lemberg Impressionen
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