"Es gehört schon etwas Neugierde dazu, die Ukraine zu bereisen."

Die Stimmung ist im Allgemeinen eher getrübt. Ältere Menschen scheinen dem kommunistischen System nachzutrauern. Die Menschen wirken beschäftigt, manchmal auch unpersönlich bis unfreundlich. Im Gegensatz zu anderen früheren Ostblockstaaten wie Polen oder Tschechien, ist in der Ukraine noch dieselbe Verhaltensweise im Dienstleistungssektor zu bemerken wie sie den Menschen in 'Russland' nachgesagt wird. Die Dienstleistung am Kunden steht selten an oberster Stelle. So kann es schon passieren, dass Sie die Unterhaltung zweier Verkäuferinnen unterbrechen müssen um bedient zu werden. Und auch das obligatorische 'Bitte und Danke' werden Sie selten hören, noch seltener an Fahrkartenschaltern oder bei Wechselstuben. Freundlichkeit, Zuvorkommen, freundliches Grüßen - sind keine Selbstverständlichkeit! Sie dürfen sich nicht immer erwarten in ein freundliches Gesicht zu blicken oder zuvorkommend bedient zu werden. Erstaunen kann auch manche Reaktion. So ist es durchaus möglich, dass Sie am Bahnhof-Kiosk, an dem es jede Menge Zeitungen gibt, keinen Stadtplan erhalten. Auf die bohrende Frage wo man solch einen erwerben könnte bekam ich nur ein verständnisloses Achselzucken. Tatsächlich erhalten Sie Stadtpläne in Buchhandlungen und - falls vorhanden - in Souvenirgeschäften. Kioske führen offenbar generell keine Stadtpläne. Meist sind es etablierte Geschäfte wie zentrale Kaufhäuser, Wechselstuben etc., wo Sie eher das Gefühl haben soeben gestört zu haben als Kunde gewesen zu sein. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass zu kommunistischen Zeiten niemand gewohnt war, anderen Menschen zu dienen. Deshalb ist eine ordentliche Portion an Verständnis notwendig, möchte man sich nicht als Gast die eine oder andere Stunde auf Grund Unverständnis oder Missinterpretation verderben lassen. Aber das sind die oberflächlichen Eindrücke! Man darf dieses Verhalten keinesfalls verallgemeinen und auch nicht persönlich nehmen. Die Ukraine ist ein Land im Umbruch und die Unzulänglichkeiten auf die man immer wieder stößt, gehören zum Charme dieses Landes. Und Hilfsbereitschaft - vorallem Fremden gegenüber - wird allseits gelebt!

Geschichte

Ukraine bedeutet 'Grenzland'

Das war dieses Land auch: Nördlich des Schwarzen Meeres, am Rande der Steppe bildete das Land eine Grenze zwischen der seßhaften Bevökerung und den Nomaden, zwischen dem Christentum der Slawen und dem Islam der Turko-Tartaren.

Das Kiever Reich: 9. - 13. Jh.

Während der slawischen Wanderbewegungen kamen Ostslawen in Gebiete des heutigen Russlands und der heutigen Ukraine. Kiev, ein verkehrsgünstiger Stützpunkt des Fernhandels, war der Mittelpunkt des im 9. Jahrhundert entstehenden slawischen Reiches.

Jaroslav der Weise führte das Seniorat, eine Thronfolgeordnung ein. Trotzdem gab es immer wieder Zwistigkeiten, zuerst zwischen den Brüdern - dann zwischen Onkeln und Neffen. Im 13. Jahrhundert zerfiel schließlich das Kiever Reich. Die Zersplitterung in mehrere Fürstentümer, stärkte die Macht der Fürstentümer Vladimir-Suzdal im Nordosten und Halyc-Volin im Südwesten.

Galizien-Wolhynien: 13. - 14. Jh.

Im Jahre 1199 erfolgte die Vereinigung von Wolhynien und von Galizien durch den wolhynischen Fürsten Roman Mstislavic kurz vor dessen Tod. Seine Bemühungen wurden von seinem Sohn Danylo Romanovyc, welcher 1201 geboren wurde, fortgesetzt.

Im folgenden Jahrhundert wurden neue Städte gegründet, darunter L'viv im Jahre 1256. In den Städten siedelten sich neben deutschen Kaufleuten und Handwerkern auch Ostslawen, Juden und Armenier an, welche von Danylo Romanovyc und von dessen Nachfolgern aus den steppennahen östlichen Gebieten in das Land geholt wurden.

Im Jahre 1240 eroberten die Tartaren die südlichen Gebiete der Rus'.

Die mongolisch-tatarische Herrschaft war nicht nur locker, sie bot Galizien-Wolhynien auch Schutz gegenüber Polen und Ungarn, welche immer wieder Ansprüche auf Gebiete des Fürstentums erhoben. Dort befürchtete man ein weiteres Vordringen der Mongolen nach Mittel- u. Westeuropa.

Die sich etablierende Bojarenschicht (Angehörige des nichtfürstlichen Adels) wurde mächtig und eine Konkurrenz für den fürstlichen Adel. Zusammen mit anderen russischen Fürsten waren die Bojaren mitverantwortlich für den politischen Zerfall Galizien-Wolhyniens ab dem Ende des 13. Jahrhunderts.

1340 wurde Wolhynien von Litauen besetzt. Spätestens 1370 fiel das gesamte Wolhynien und Ostpodolien an Litauen. Die übrigen Länder Galizien-Wolhyniens wurden 1387 Polen angeschlossen. Im Jahre 1772 fiel Galizien an die Habsburger Monarchie.

Polen-Litauen: 13. - 18. Jh.

Das Großfürstentum Litauen entstand in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Im 14. Jahrhundert war Litauen die stärkste Macht in Osteuropa. Es erstreckte sich von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer. Es war ein Vielvölkerreich in dem der Großteil der Bevölkerung orthodoxe Ostslawen waren, deren Glaube von den heidnischen Litauern tolerierten wurde.

Nachdem im 14. Jahrhundert Teile des Fürstentums Galizien-Wolhynien an das Königreich Polen gelangten, war man in Polen vorerst um die Beibehaltung der sozialen und rechtlichen Strukturen sowie des orthodoxen Glaubens bemüht.

Jedoch konnten nur Katholiken in den Genuß adeliger Privilegien gelangen. Deshalb wechselte im 15. Jahrhundert fast der gesamte Adel Galiziens zum römisch-katholischen Glauben über. Gleiches geschah im Großfürstentum Litauen. 1569 entstand der Unionsvertrag von Lublin, zwischen Litauen und Polen, wodurch Litauen den größten Teil seiner Selbständigkeit verlor und die ukrainischen Gebiete direkt dem Königreich Polen unterstellt waren.

Die soziale Kluft zwischen der katholischen und der orthodoxen Bevölkerung weitete sich aus. Während der katholische Adel privilegiert wurde, wurden die orthodoxen Grundschichten in ihren Freihheiten und Besitzrechten eingeschränkt.

Gegen Ende des 16. jahrhunderts flüchteten viele Bauern in das Steppengebiet nördlich des Schwarzen Meeres und schlossen sich den dort lebenden Kosaken an. Polnischen Großgrundbesitzern wurden weite Ländereien in der Ukraine verliehen. Die unterdrückten orthodoxen Bauern hatten Abgaben zu entrichten, welche von Juden im Namen des polnischen Königs eingetrieben wurden. Diese Abhängigkeit schürte den Haß gegen die Juden.

Ab 1717 stand das Königreich Polen-Litauen unter russischem Protektorat. 1795 wurden die Gebiete nördlich und östlich Galiziens Russland angeschlossen. Polen hörte zu diesem Zeitpunkt auf zu existieren.

Die Kosaken und der Chmel'nyc'kyj-Aufstand: 15. - 18. Jh.

Die Tataren, welche in den Steppen nördlich des Schwarzen Meeres lebten, waren freie Krieger. Sie erfüllten für verschiedene Herrscher Verteidigungsaufgaben in den Gebieten am Rande der Steppe. Im Gegenzug dazu, waren sie von Abgaben befreit, durften Land besitzen und Branntwein herstellen. Diesen 'freien Kriegern' (= Kosaken) schlossen sich im Laufe des 16. Jahrhunderts neben ukrainischen und russischen Bauern auch Stadtbewohner und Angehörige des niederen Adels an.

Nach der Union von Lublin änderte sich das Leben im Grenzland. Das lockere soziale Gefüge wurde durch herrschaftliche Strukturen ersetzt. Das Nutzungsrecht an Grund und Boden wurde durch das Eigentumsrecht ersetzt. Ab nun gab es neben den freien Kosaken auch Söldnerkosaken und Registerkosaken. Die Registerkosaken dienten dauernd und genossen Privilegien, während die Söldnerkosaken nur auf Zeit dienten.

Der Niedergang des polnischen Reiches als osteuropäische Großmacht wurde durch den Aufstand der Kosaken im Jahre 1648 eingeleitet. Anlaß dazu war das Schicksal von Bohdan Chmel'nyc'kyj. Ein treuer Gefolgsmann des polnischen Königs, zudem gebildet und katholisch erzogen. Nach dem seine Klage über einen Raub beim König unerhört blieb, zog er sich in die Steppe zurück und scharrte unzufriedene Kosaken um sich. Den aufständischen Kosaken schloß sich die Bevölkerung des Grenzlandes an.

Die Kosaken verbündeten sich mit den Krim-Tartaren und fügten so den polnischen Truppen schwere Verluste zu. Die Judenpogrome welche zu dieser Zeit statt fanden, wiedersprachen der traditionellen Toleranz der Kosaken.

1648 wurde Chmel'nyc'kyj in Kiev als 'Befreier' gefeiert. 1649 erklärten die Tartaren das Bündnis als aufgelöst. 1654 unterzeichneten die Kosaken den Vertrag von Perejaslav und verbündeten sich dadurch mit Russland. 1667 wurde nach dem Frieden von Andrusovo die Westukraine dem polnischen Königreich und die Ostukraine dem russischen Zarenreich angegliedert. Die Autonomie der Kosaken wurde im 18. Jahrhundert schrittweise eingeschränkt und verschwand 1783, als das Kosakenheer aufgelöst wurde, endgültig.

Die Kontrolle über die Steppengebiete nördlich des Schwarzen Meeres hatte nun Russland übernommen. In den Jahren 1781 bis 1783 wurde die linksufrige Ukraine (östlich des Dnepr) unter Zusammenarbeit mit der kosakischen Oberschicht, welche dafür Privilegien erhielt, russifiziert.

Die russische Form der Leibeigenschaft, welche bis 1861 andauerte, wurde eingeführt und bedeutete für die Bauern, dass sie ihre Wohn- und Arbeitsstätte nicht verlassen durften.

Habsburger Reich, Zarenreich Russland: 19. Jh.

Galizien fiel 1772 an die Habsburger Monarchie. Die Gebiete nördlich und östlich Galiziens wurden 1795 Russland angeschlossen. Bis zum Jahre 1918 waren die ukrainischen Gebiete diesen beiden Imperien unterworfen. Das Leben der ukrainischen Bevölkerung gestaltete sich jedoch unterschiedlich: Während die anti-ukrainische Politik Russlands 1876 zum Verbot der ukrainischen Schriftsprache, des Theaters und der Literatur führte, wurden die Ukrainer Galiziens anderen Nationalitäten des Habsburger Reiches gleichgestellt.

Die Sowjet-Ukraine: 20. Jh.

Im Juni 1920 übernahmen die Bolschewiki die Macht in Kiev. Im März 1921 erkannte Polen im Rahmen des Friedensvertrages von Riga die Sowjet-Ukraine völkerrechtlich an. Im Dezember 1922 wurde die Ukrainische Sowjetrepublik zusammen mit der Russischen, der Weißrussischen und der Transkaukasischen Republik zur Union der Sowjetrepubliken zusammengeschlossen. Die Hauptstadt der Ukrainischen Sowjetrepublik war vorerst Charkiv.

Während noch in den 20er-Jahren die ukrainische Sprache und Kultur gefördert, Kaderpositionen mit Einheimischen besetzt und die ukrainische Sprache Amtssprache wurde, verhielt es sich in den 30er Jahren umgekehrt. Ab 1933 wurde die Ukraine russifiziert. Fast die gesamte politische, wirtschaftliche und kulturelle Elite der Ukraine wurde ermordet oder in Straflager deportiert. Den Ersatz bildeten Russen. Ab 1938 wurde an den Schulen und Universitäten die russische Sprache zum Pflichtfach. Unter der Leitung von Chruschtschow wurde, wie überall in der Sowjetunion, auf Befehl Stalins, zum Teil öfters, die gesamte Staats- und Parteiführung ausgewechselt.

Am 30. Juni 1941 besetzten die deutschen Truppen die Ukraine. Bis Ende 1944 erobert die Rote Armee alle besetzten Gebiete zurück.

Im Juni 1941 riefen in Lemberg die ukrainischen Nationalisten unter Führung von Stepan Bandera die Unabhängigkeit der Ukraine aus, welche nur wenige Tage dauerte ('Republik von Lemberg').

In den Jahren 1944-46 wurden im Zuge ethnischer Säuberungen, in Polen lebende Ukrainer und in der Ukraine lebende Polen 'ausgetauscht'.

Zur gleichen Zeit ließ Stalin - wegen angeblicher Kollaboration mit den Deutschen - alle Minderheiten (Armenier, Bulgaren, Griechen, Deutsche u. a.) von der Halbinsel Krim nach Asien deportieren. 1954 wird die 1921 gegründete Autonome Sozialistische Sowjetrepublik Krim der Ukrainischen Sowjetrepublik angeschlossen.

Das Ende der Sowjet-Ukraine war, als am 24. August 1991 die Ukraine ihre Unabhängigkeit erklärte, nachdem gegen Staatspräsident Gorbatschow in Moskau ein Putschversuch unternommen wurde.

Am 15. Dezember 2000 wird das Atomkraftwerk Tschernobyl, in dem es im Reaktorblock IV am 26. April 1986 zu einer Explosion kam, endgültig stillgelegt. Bis dahin starben nach amtlichen Angaben etwa 3.000 der über 80.000 eingesetzten 'Liquidatoren', welche zu Lösch- und Sicherungsarbeiten eingesetzt waren, an den Strahlenfolgen.

Geteilte Gewalt

Die Ukraine ist eine Präsidialdemokratie mit Gewaltenteilung. Sie wird nach wie vor - mit aus der Sowjetunion geerbten Strukturen - zentralistisch regiert.

Das Land ist in 24 Bezirke aufgeteilt, deren Gouverneure vom Präsidenten ernannt und entlassen werden. Die Städte Kiew und Sewastopol haben einen Sonderstatus.

Während die Westukraine, mit L'viv im Mittelpunkt, sich dem Westen zu öffnen versucht, so sucht der Osten und Süden der Ukraine weiterhin die Nähe zu Russland. Diese Zweiteilung der Ukraine ist ein Produkt ihrer Geschichte. Jahrhunderte lang war der Osten dem Russischen Reich angegliedert, während der Westen dem Königreich Polen und später den Habsburgern unterstellt war.

Besonders deutlich ist die Diskrepanz auf der Halbinsel Krim zu sehen. 1954, anlässlich des 300-Jahr-Jubiläums des Vertrages von Perejaslav - der Wiedervereinigung der Ukraine mit Russland - wurde die Krim von Russland an die Ukraine abgetreten.

Obwohl die Ukraine im Jahre 1992 der Halbinsel weitgehende Autonomie zugestand, strebten viele der dort lebenden 1,6 Millionen Russen weiterhin den Anschluss an Russland an. Nach blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Russen und der ukrainischen Minderheit wurde zwischenzeitlich die Autonomie ausgesetzt.

Heute verfügt die Halbinsel Krim über eine ukrainisch konforme Verfassung, über einen Autonomiestatus, über ein eigenes Parlament und eine eigene Regierung. Die heute auf die Halbinsel Krim zurückkehrenden Tartaren, welche nach 1944 von Stalin deportiert wurden, haben mit der Abwehrhaltung vieler Russen und Ukrainer zu kämpfen.

Politische Parteien

Die wichtigsten Parteien

Name Partei Politische Richtung Gründung
Volksbewegung Ruch Ruch demokratisch, national 1989
Grüne Partei PSU grün, ökologisch 1990
Sozialdemokratische Partei der Ukraine SDPU sozialdemokratisch 1990
Sozialistische Fortschrittspartei PSP kommunistisch 1991
Kommunistische Partei der Ukraine KPU kommunistisch, Nachfolgepartei aus Sowjet-Ära 1993
Agrarpartei APU kommunistisch, Bauernpartei 1993
Demokratische Volkspartei NDPU demokratisch, zentristisch 1998

Politische Persönlichkeiten

Staatsoberhäupter und Regierungschefs im 20. Jahrhundert

Erste Republik, 1918 - 21 in Kiev

Regierungszeit Name Funktion
1918 Mychailo Hruschewsky Vorsitzender des Zentralrates
1918 Pawlo Skoropadsky Hetman
1918 - 19 Wolodymyr Wynnytschenko Vorsitzender des Direktoriums
1919 - 21 Symon Petljura Vorsitzender des Direktoriums

Ukrainischer Staat: Westukraine, 1918-19 in L'viv (Lemberg)

Regierungszeit Name Funktion
1918 - 19 Jewgen Petruschewytsch Präsident des Nationalrates

Ukrainische Sowjetrepublik, 1918-22 in Charkov

Regierungszeit Name Funktion
1918 Juchim Medwedjew Vorsitzender des zentralen Exekutivkomitees
1918 Wolodymyr Satonsky Vorsitzender des zentralen Exekutivkomitees
1918 - 19 Andri Bubnow Vorsitzender des zentralen Exekutivkomitees
1919 - 38 Grigori Petrowski Vorsitzender des zentralen Exekutivkomitees

1922 - 91: Teilrepublik der Sowjetunion

Zweite Republik, seit 1991

Regierungszeit Name Funktion
1991 - 94 Leonid Krawtschuk Staatspräsident
seit 1994 Leonid Kutschma Staatspräsident

Fakten

Fläche 603.700 qkm
Einwohner ~50.700.000
Hauptstadt Kiev
Amtssprache Ukrainisch
Weitere Sprachen Russisch
Währung 1 Hrywna = 100 Kopeken
Bevölkerungsdichte 84 / qkm
Bevölkerungszusammensetzung Ukrainer 73%, Russen 22%, Weißrussen 0,9%, andere (insgesamt über 100 Nationalitäten) 4,1%
Religionen Ukrainisch-Orthodox, Russisch-Orthodox, Griechisch-Katholisch, Römisch-Katholisch, Jüdische Gemeinden

Geographie

Der wichtigste Fluß der Ukraine ist der Dnepr (ukr. Dnipro). Er teilt das Land. Es wird zwischen der linksufrigen und der rechtsufrigen Ukraine unterschieden. Fünf Regionen entstanden im Laufe der Zeit: die Ostukraine - auch Sloboda-Ukraine, die in Galizien, Nordbukowina und Westpodolien unterteilte Westukraine, die südwestlich gelegene Karpatenukraine, das zentrale Gebiet um Kiev welches vom Dnepr geteilt wird und die südliche Ukraine mit ihren Steppengebieten nördlich der Schwarzmeerküste.
Umgeben wird die Ukraine im Nordwesten von Polen, im Westen von Rumänien, im Südwesten von Moldawien (vor dem 2. Weltkrieg Rumänien), im Norden von Weißrußland und im Osten und Nordosten von Rußland. Im Süden bilden, getrennt von der Halbinsel Krim, das Schwarzmeer und das Asowsche Meer die natürliche Grenze.

Wirtschaft

Neben der Landwirtschaft, sind der Kohlebergbau und die Hütten- und Stahlindustrie die wichtigsten Wirtschaftszweige. Von Bedeutung sind zudem Flugzeugbau und Raketentechnik. Die Ukraine verfügt über eine gut ausgebaute, aber erneuerungsbedürftige Infrastruktur für Gas, Strom, Verkehr und Luftfahrt.

Die Landreform mit der Auflösung der ineffizienten Großbetriebe, der Schaffung von ausserlandwirtschaftlichen Arbeitsplätzen in ländlichen Gebieten sowie der Schaffung eines freien Bodenmarktes wird genauso wie die Finanzreform, der Privatisierungsprozeß und die Maßnahmen zur Korruptionseindämmung eines der wichtigsten Themen der kommenden Jahre sein.

Reisetipps

Hotels

Reisebüros bieten Zimmer kaum unter € 100.- an, wobei diese den Standard darstellen. Das bedeutet renoviert, aber keinerlei Komfort - der bei diesem Preis durchaus zu erwarten wäre. Um ein Zimmer mit der entsprechenden Ausstattung in einem Hotel der Kategorie die der € 100.- -Klasse in anderen Ländern entspricht zu bekommen, müssen Sie allerdings schon mit € 200.- pro Person und Nacht, inkl. Frühstück rechnen. Dies sind die offiziellen Preise welche im Internet und über Reisebüros verrechnet werden. Tatsache ist, dass es viel mehr Hotels gibt als über Internet oder Reisebüro verfügbar sind. Allerdings ist auch zu erwähnen, dass - zumindest früher - nicht jedes Hotel Ausländer aufnehmen durfte. Ich denke aber, dass solche Hotels von Bahn- oder Flug-Reisenden kaum aufgesucht werden, falls diese Regelung überhaupt noch gelten sollte.

Kurzum gibt es also 3 Möglichkeiten:

  • den vollen Preis über Reisebüros zu bezahlen - € 100.- bis € 200.-
  • vor Ort nach günstigen Hotels zu suchen - Zimmer sind immer verfügbar - € 30.- bis € 100.-
  • private Quartiere ab etwa € 30.-
Wofür Sie sich entscheiden, wird, unter anderem, von Ihrer Abenteuerlust abhängen.
Alle Previews